Das Badezimmer im 19. und 20. Jahrhundert
1870 wurden Waschkommoden an fließendes Wasser angeschlossen und erhielten Armaturen. Etwa zur gleichen Zeit wurden doppelwandige Badewannen aus Porzellan entwickelt. Zudem wurden in immer mehr Städten flächendeckend Wasserleitungen verlegt und fließendes Wasser gelangte direkt in die Wohnungen. Etwa ab 1890 wurden Porzellan-Badewannen durch gusseiserne ersetzt. Nach 1900 wurde dann die Emaille-Technik für Badewannen eingesetzt. Und ab 1916 konnten Standardbadewannen schließlich aus einem Stück hergestellt werden. Das so genannte "Frankfurter Bad" entstand um etwa 1910. Hier waren Dusche oder Badewanne in einer Nische in der Küche oder im Schlafzimmer untergebracht und wurden durch eine Trennwand oder einen Duschvorhang separiert.
Der Stellenwert von Hygiene und Körperkultur stieg in den 1930er Jahren weiter an, was sich in der Gestaltung des Bades widerspiegelte: Gestrichene Wände, Mosaike, Glaselemente, lackierte Badmöbel aus Metall, große Einbaubadewanne und viel Raum und Licht waren fortan Gestaltungsmerkmale für Bäder.
In der Nachkriegszeit wurden die Wohnungen mit Nasszellen ausgestattet. Ein komplettes Bad wurde in einem separaten Zimmer auf kleinem Raum eingerichtet.
Ab 1970 kamen mit Aluminium, Laminat und Plastik neue Materialien zum Einsatz. Durch weiche Badteppiche, Kissen und Grünpflanzen entstand eine ganz neue Atmosphäre im Bad. Seit 1980 entwickelt sich das Bad immer weiter, um den Ansprüchen an Funktion, Design und den Bedürfnissen der Menschen gerecht zu werden.



